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pv magazine Spotlight: Der Noocoon-Konfigurator kann die Planung von Smart Home und Photovoltaik erleichtern

https://www.pv-magazine.de/2022/03/14/pv-magazine-spotlight-der-noocoon-konfigurator-kann-die-planung-von-smart-home-und-photovoltaik-erleichtern/

 

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Wer sollte besser wissen als ein Installationsbetrieb, was ein solcher benötigt? Es hat viel Charme, wenn neue Lösungen aus der Praxis heraus entstehen. So ist es auch bei Noocoon aus Rostock, einer Software zur Planung von Smart-Home-Installationen inklusive Photovoltaik, Batteriespeicher, Wallbox und klassischer Elektroinstallation. Begonnen hat die Entwicklung, als die Planer und Installateure des Elektrounternehmens Smart Home Team sich das Leben leichter machen wollten, inbesondere weil die Projekte immer größer und komplexer wurden. Vor fünf Jahren stieß der heutige Geschäftsführer Marten von Velsen-Zerweck und ein Jahr später der Informatiker David Linner dazu. „Mit unserer Software helfen wir Installationsbetrieben, den notwendigen Schritt in die Digitalisierung zu gehen“, sagt Velsen-Zerweck.

Matthias Mayer hat bereits konkrete Unterstützung erhalten. Der Elektromeister aus dem bayerischen Haag installiert das ganze Portfolio, Photovoltaik-Anlagen, Gebäudeautomation, Energietechnik, klassische Elektrotechnik. „Wenn ich die Photovoltaik-Anlage anbiete, dann fragen die Kunden oft auch nach Gebäudeautomation“, sagt er. Eine Woche hat er den Konfigurator von Noocoon getestet. „Wenn ich normalerweise drei Stunden für eine Planung der Automations-Komponenten brauche, geht es damit unter einer halben Stunde.“

Mit Konfigurator zum Kunden

Er ist jetzt zum zweiten Mal mit dem Konfigurator direkt zum Kunden gegangen. Man gibt die Räume ein, die Beleuchtungs-, Heizungs-, Multimediakomponenten, die man dort benötigt, und das Tool berechnet daraus die Komponentenlisten und die Arbeitszeit auf Basis von von Industrienormen und praktischen Erfahrungen. Dabei berücksichtigt es zum Beispiel auch den Aufwand für die Kabelverlegung. „Das passt ziemlich gut“, sagt Mayer. Für die Photovoltaik gibt man die Modulzahl ein und kann einen Batteriespeicher hinzufügen. Das Tool gibt dann die Liste aus, die die Komponenten für die elektrische Installation enthält. Das erspart viel Kleinarbeit. Beim letzten Kunden ergab sich eine Liste mit 469 Bauteilen und ein Volumen, inklusive Arbeitszeit, über rund 50.000 Euro.

highlights und spotlights

Preis für gute Ideen:

In der März-Runde zeichnet pv magazine eine Einreichung als highlight top innovation und eine als spotlight aus. Mit spotlights wollen wir Produkte und Konzepte in Szene setzen, die aus Sicht der Juroren einen genaueren Blick lohnen und auf überzeugenden Ideen basieren. Das sagt die Jury:

Das sagt die Jury:

Noocoon – Effizienteres Arbeiten für Installateure

Dass Digitalisierung das Leben erleichtern kann, gilt auch für das lokale Handwerk. Wenn Installateuren gute Werkzeuge an die Hand gegeben werden, erlaubt ihnen das außerdem, mit den gleichen Mitarbeitern mehr Aufträge zu bearbeiten – besonders wichtig in Zeiten des Fachkräftemangels. Noocoon ist ein Konfigurationstool für Gebäudeautomation, Energietechnik und klassische Elektroinstallation. Wenn damit gelingt, den Planungsprozess für ein Angebot auf unter eine halbe Stunde zu reduzieren, ist es nach Ansicht der Jury definitiv einen Blick wert. Daher verleiht sie Noocoon das Prädikat pv magazine spotlight

Die Juroren

Volker Quaschning ist Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Hans Urban, Experte für Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität. Winfried Wahl leitet das Produktmanagement bei Longi Solar in Deutschland.

Mehr Infos, bisherige Preisträger und alles zur Bewerbung unter: www.pv-magazine.de/highlights
Einsendeschluss für die nächste Runde: 31. März 2022

Noocoon bietet das Tool zum einen für die Installateure zur Nutzung an, zum anderen auch Privatkunden, die eine Installation suchen. Wer ein Haus baut, kann damit eine Vorplanung erstellen. Daher seien die Eingaben bewusst einfach gehalten, sagt CTO Linner, der auch Professor für angewandte Informatik an der Berlin School of Design and Communication ist. „Die meisten Kunden interessieren sich nicht für die Detailplanung, und unseren Konfigurator kann man ohne Schulung bedienen“.

Einfach beliebig viele Zimmer anlegen

Man legt zunächst die Zimmer des Hauses mit Quadratmeterzahl an. Das Tool macht Vorschläge für Beleuchtung, Steckdosen, Audioausstattung und Heizung. Innerhalb von zehn bis zwanzig Minuten kann man sich dort durchklicken. Es berechnet einen Preis, in einem Beispielhaus mit acht Zimmern mit Loxone-Ausstattung wird zum Beispiel direkt ein erwartbarer Preis von 69.000 Euro angezeigt. Man kann dann per Klick andere Anbieter auswählen. Mit KNX-Ausstattung kostet die gleiche Installation 84.000 Euro und mit konventioneller Technik 59.000 Euro.

Wenn Interessierte die Planung abgeschlossen haben, können Bauherren ihre Emailadresse eingeben und sich einen von Noocoon ausgewählten Installateur vermitteln lassen. „Wir bauen derzeit ein Partnernetzwerk auf“, sagt Velsen-Zerweck. Bisher seien etwa 75.000 Planungen mit dem Tool erfolgt.

Installateur Mayer hat für das Angebot, das er einem interessierten Bauherrn gemacht hat, noch einige der Komponenten ausgetauscht. Etwa die 20 bis 25 original KNX-Fußbodenheizungsventile gegen konventionelle, die über den Digitalausgang der Steuerung geregelt werden. Das machen viele Installateure so, weil es deutlich günstiger ist. Eine Verbesserungsmöglichkeit für die Zukunft gibt er den Softwareentwicklern auch gleich noch mit: Es wäre gut, wenn man statt der Leitungsverlegung unter Putz auch die in Leerrohren wählen könnte. Er hat am Ende die Stücklisten um das Kleinmaterial bereinigt, das er sowieso auf Lager hat, und sie dann an Großhändler für die exakte Preisinformation geschickt. Nach der Antwort ging sein erstes mit dem Konfigurationstool entwickeltes Angebot an einen Kunden raus.

Marten Velsen-Zerweck ist überzeugt, dass es für das lokale Handwerk wichtig sei, effizienter zu werden. Dazu trage das Noocoon-Tool bei, müsse aber erst einmal bekannter werden. „Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auch die Förster schauen meist nur in den Wald und nicht heraus“, sagt der promovierte Forstwissenschaftler. „Viele Elektrobetriebe wissen gar nicht, was heute schon alles möglich ist.“ Die Jury sieht die Möglichkeiten, die ein solches Tool bietet, und verleiht Noocoon daher das Prädikat „pv magazine spotlight“.

 

 

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