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Solarfassade macht Marburger Ärztehaus vom Schandfleck zum Schmuckstück

Solarfassade macht Marburger Ärztehaus vom Schandfleck zum Schmuckstück

The weekend read: Europe’s inverted solar ambition Leiendo Solarfassade macht Marburger Ärztehaus vom Schandfleck zum Schmuckstück 4 minutos Siguiente Solar tariffs are not the answer

https://www.pv-magazine.de/2022/07/08/solarfassade-macht-marburger-aerztehaus-vom-schandfleck-zum-schmuckstueck/

Solarfassade macht Marburger Ärztehaus vom Schandfleck zum Schmuckstück

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Wer mit dem Zug nach Marburg reist, wurde dort jahrzehntelang von einem ausgesucht tristen, zahnsteinfarbenen Ärztehaus mutmaßlich aus den siebziger Jahren empfangen. Aus dem alten Schandfleck ist jetzt jedoch nach umfassender Sanierung ein echtes Schmuckstück geworden – dank gebäudeintegrierter Photovoltaik: Eine das Haus auf zwei Seiten umfassende Solarfassade liefert nicht nur klimaneutralen Strom, sondern macht das Gebäude auch dank ihrer elegant schimmernden dunklen Färbung zu einem echten Blickfang. Das Projekt lag in den Händen des Architekten Hagen Plaehn aus Hannover und wurde am Freitagnachmittag im Beisein der Marburger Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und des Geschäftsführers der Landesenergieagentur Hessen, Karsten McGovern, offiziell in Betrieb genommen.

Die Anlage mit einer Leistung von rund 50 Kilowatt wurde im Auftrag des Diagnostikzentrums Marburg errichtet – eine große Radiologiepraxis, die im Haus ansässig ist. Dem Betreiber der Praxis, Professor Siegfried Bien von der Uniklinik Marburg, gehört das Gebäude.

Die BIPV-Anlage besteht aus 120 Modulen mit Leistungen zwischen 271 und 577 Watt, die Sunovation aus dem unterfränkischen Elsenfeld individuell für das Gebäude hergestellt hat. Der Clou dabei: Manche Module sind gebogen, um der Fassade eine Rundung zu geben.

Die Module stammen aus der Sunovation-Baureihe „eForm color“. Sie haben eine schwarze Optik mit dezent sichtbaren Zellen. Das Rückseitenglas ist schwarz eingefärbt und die Verschaltung der Zellen auf der Vorderseite dunkel abgedeckt. Sunovation verwendet hier monokristalline Hochleistungszellen, die mit einem Temperatur‑, UV- und PID-beständigen Silikongel in beinahe beliebige Gläser eingekapselt werden können.

Kein hübscher Anblick: Das Marburger Ärztehaus vor der Installation der Solarfassade

Foto: Sonneninitiative e.V.

PPA-Vertrag mit den Stadtwerken Marburg

Aber nicht nur die Technik der BIPV-Module ist innovativ – auch die Finanzierung der Anlage: Das Kapital stammt von privaten Investoren, die sich mit Beträgen ab 12.300 Euro an der Anlage beteiligen konnten. Die krumme Zahl rührt daher, dass die Geldgeber einzelne Module erwerben konnten. Die Investoren haben den Marburger Verein Sonneninitiative e.V. beauftragt, einen PPA-Vertrag mit den lokalen Stadtwerken zu schließen. Der kommunale Versorger verkauft den abgenommenen Solarstrom dann an die Radiologiepraxis. Der PPA-Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Den Investoren winkt nach Angaben des Vereins eine jährliche Rendite von rund fünf Prozent. Die technische und kaufmännische Betriebsführung liegt in den Händen von Sonneninitiative e.V.

Gebäudeeigentümer Bien setzt schon länger auf die Photovoltaik. Vor einigen Jahren hat der Mediziner bereits eine klassische Dachanlage installieren lassen. Das Thema Klimaschutz hat für ihn höchste Priorität. So soll seine Praxis das das erste klimaneutrale radiologische Zentrum in Deutschland werden. Als weiteren Schritt auf diesem Weg nutzt Bien bereits die Abwärme der Computertomographen, um das Haus sowie Nachbargebäude zu beheizen – neben der BIPV-Anlage macht auch dieses Konzept Bien zum Vorreiter in Deutschland.

Der Umbau hat das Haus zu einem echten Hingucker gemacht.

Foto: Sonneninitiative e.V.

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